Eberhard Peiker hat in seinem Leben viel gespielt: in der „Rappelkist“, im „Tatort“, im politischen Kabarett und – immer noch am liebsten – Theater. Zu seinem 70. Geburtstag schenkt das Theater Augsburg seinem langjährigen Ensemblemitglied nun eine Partie mit Hintersinn: die Hauptrolle in „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ von Kurt Wilhelm. Eine schöne Partie, findet Peiker, aber natürlich nur eine von vielen schönen oder wichtigen Rollen, mit denen er sich in seinem Leben auseinandergesetzt hat. Denn das Erfüllende an seiner bisherigen Laufbahn war vor allem, dass er so viele unterschiedliche Charaktere verkörpern durfte.
In jedem Fall schließt sich für Eberhard Peiker mit diesem Stück ein Kreis. Vor über 20 Jahren hat er am Tiroler Landestheater in Innsbruck im „Brandner Kaspar“ den „Boandlkramer“, also die Rolle des Todes, verkörpert. Ab 13. Oktober wird er in Augsburg nun als sein Gegenpart, der „Brandner Kaspar“ auf der Bühne stehen, der mit seinen 72 Jahren kaum älter ist als der Schauspieler, der ihn darstellen wird. Dass Peiker diese Rolle mit genau der richtigen Mischung aus Weisheit und Witz füllen wird, lässt sich bestens vorstellen. Als Brandner Kaspar wird er vom Tod abgeholt werden und – da er sich noch „gesund wie ein Fisch im Wasser“ fühlt – den Tod betrunken machen und beim Kartenspielen überlisten. Eine Menge zum Schmunzeln führen die weiteren Geschehnisse in dieser Komödie mit sich. Da ist fürs Publikum viel Au- genzwinkern und Spaß dabei, aber Peiker würde das Stück dennoch eher als Tragikomödie einstufen. Denn der emotionale Rundumschlag, der hier geboten wird, bringt natürlich auch die weniger rosigen Momente des menschlichen Lebens aufs Tapet: neben der Liebe auch den Hass, und natürlich den Tod. Inklusive der Überlegung, was danach kommen könnte.
An die „Endzeit eines menschlichen Daseins“, mit welcher der Brandner Kaspar hier so plötzlich konfrontiert wird, daran hat Peiker auch schon so hier und da gedacht. Doch, um gleich alles Sentimentale weg- zuwischen, betont er schnell, dass 70 für ihn eine Zahl wie jede andere ist und er sich über das Älterwerden an sich eigentlich nie Gedanken gemacht hat. „Dass damit etwas näher rückt, damit muss man leben. Oder irgendwann eben auch nicht mehr.“ Der Schauspieler lacht herzhaft.



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