Es gibt im zeitgenössischen Möbeldesign und in der Innenarchitektur zurzeit eine Menge „Aufregung”, wie Wohnräume aufgepeppt und gestaltet werden sollten. Aber das Aufregende sind meist nur die intellektuelle Schlichtheit und die Tristesse vieler Möbel und Wohnaccessoires, die auf den Trendmessen in Köln und Mailand herumstehen und in Schauräumen der Möbelhäuser „Bitte kauf mich!“ betteln.
Es sind vor allem die italienischen Designer, die das Wohnen in dunklen, violetten, erdigen bis spinatgrünen und schmutzig-gelben Tönen als zeitgemäße Farbtemperaturen stil- und epocheprägend empfehlen und Wohnlandschaften entwerfen, die eher für Stills in Coffee Table Books und nicht zum Wohnen gedacht sind. Möbel zum Anschauen und nicht zum Leben sind das Ergebnis, wenn Design nicht mehr als eine tollpatschige Annäherung an Objekte ist, die eigentlich dem täglichen Gebrauch dienen, funktional und obendrein ästhetisch schön sein sollten. Moden waren aber noch nie Wertmesser für Stil und Schönheitssinn.
Der Denier Cri des schlechten Geschmacks oder modischen Unsinns sind seit einigen Jahren Sofas (laut Duden gepolsterte Sitzmöbel mit Rücken- und Armlehnen für mehrere Personen), deren Sitzflächen in der Tiefe so breit wie ein Pritschenwagen sind, sodass sich kein Mensch mehr anlehnen, geschweige denn auf ihnen komfortabel sitzen kann. Solche Irrungen und Wirrungen der Möbeldesigner rollen jedes Jahr über uns hinweg, werden von vermeintlich geistreichen Leitmedien der Wohnkultur hochgejubelt, gekauft und sind trotzdem so überflüssig (und unbequem) wie Schuhe mit zentimeterdicken Plateausohlen für schöne Frauenbeine.
Aber die Wohnkultur hat seit Louis-quinze bis in die Gegenwart über alle Stilepochen hinweg mehrere Dutzend Designklassiker hervorgebracht, die wohl für immer zeitlos sind, jeden Raum veredeln und tagtäglich benutzt werden wollen. Ein Lounge Chair des amerikanischen Ehepaars Charles und Ray Eames, ein Sideboard von Florence Knoll, ein Klappstuhl „Plia“ von Giancarlo Piretti, ein Beistelltisch aus der „Luna“-Serie von Opal, ein Sofa von DeSede oder ein Wandregal aus der Tomado-Serie des Niederländers Adriaan Dekker sind Anschaffungen und Freunde fürs Leben. Dazu gehören auch Lampen von Artemide oder etwa die Kaffeemaschine „KF20 Aromaster“ von Braun, die Florian Seiffert entworfen hat. edition:schwaben hat drei schwäbische Architekt(inn)en und den Inhaber von Augsburgs erster Adresse für gehobene Wohnkultur befragt, welche Klassiker ihnen ans Herz gewachsen sind.



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