Eine koreanische Künstlerin von Weltgeltung in der Augsburger Galerie Noah
Die koreanische Künstlerin SEO ist eine Wanderin zwischen den Welten. Künstlerisch und privat. Seo Soo-Kyoung, die die Initialen ihres bürgerlichen Namens zur Marke SEO kondensiert hat, hat seit den Anfängen ihres künstlerischen Schaffens eine atemberaubende Reise aus den traditionellen koreanisch-chinesischen Bilderwelten in die abstrakten Sphären des Westens angetreten. Und sie pendelt intellektuell noch immer zwischen den unterschiedlichen Kulturen von West und Ost, stets auf der Suche nach einer universellen Kunstsprache, die in einer globalisierten Welt die Rolle eines Vermittlers einnehmen könnte. SEO, eine Meisterschülerin von Georg Baselitz, des großen charismatischen Malers der Tabubrüche, stellt vom 30. Juli bis zum 6. September erstmals in der Augsburger Galerie Noah aus. Zeitgleich ist die Künstlerin, die längst Weltgeltung genießt, auf einer internationalen Ausstellung in Venedig mit ihrer Werkreihe „Lost and Found“ zu Gast.
SEO, geboren 1977 in Gwangju, 300 Kilometer südlich von Seoul, lebt seit 2000 in Berlin. Korea hat sie mit einem Stipendium als beste Studentin der Cho-sun-Universität verlassen, um in Europa ihren künstlerischen Horizont zu erweitern. Die Wahl fiel auf Berlin, das sich damals aufmachte, einer der Hotspots der europäischen Kunstszene zu werden. In diesem Schmelztiegel der Nationen fand SEO jene Arbeitsatmosphäre vor, die sie eine Repräsentantin der „new globalised generation“ in der bildenden Kunst werden ließ. Bedeutende Museen wie die Art Gallery of Ontario in Toronto, das New Yorker MoMa oder große internationale Privatsammlungen wie die Judith Rothschild Foundation/New York und die Sammlung de Knecht in Amsterdam haben in den vergangenen Jahren mehrfach Werke der Koreanerin angekauft. Für ihre Landsleute ist die 38-Jährige das internationale Aushängeschild modernen, koreanischen Kunstschaffens, ihre „Cinderella in Berlin“.
In ihren ersten Berliner Jahren komponiert sie Gemälde im Stil traditioneller chinesisch-koreanischer Landschaftsbilder, überhöht sie jedoch „mit farbstrotzender Glückseligkeit“ (Christoph Tannert) und romantisierender Harmonie. SEO lässt sich in ihren Werken ganz bewusst auf die europäische und amerikanische Kultur und Konsumwelt ein, ohne ihren asiatisches Gedankengut abzulegen. Diese kulturelle Bipolarität ist es auch, die ihren Bilder eine besondere Intensität verleiht und die den Betrachter augenblicklich fesselt. SEOs Bilder überraschen mit einer überbordenden Strahlkraft und intensiven Farbigkeit. Die Künstlerin hat eine Mischtechnik entwickelt, bei der sie auf einer leeren Leinwand eine Vielzahl von gerissenen, bunten Reispapier-Schnipseln aufträgt und zu einer Bild-Collage vereint. Die farbigen Papierstreifen – meist handgeschöpftes Hanji-Reispapier – lässt SEO mit von ihr entworfenen Mustern in Korea drucken. Dann positioniert sie die einzelnen bunten Streifen auf weißem Hintergrund und „fasst“ sie mit einer dünnen, transparenten Farbschicht, um das Gemälde zu vollenden. SEO „malt“ gewissermaßen mit Papier und fügt sich so ihre Welt zusammen.



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