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Ausgabe 03/2018 · Feuilleton

Die Herzogstadt und ihr Wittelsbacher Schloss – höchste Zeit für eine Amour Fou

Wenn das Friedberger Schloss, die von Wittelsbachern gegründete Grenzfeste an der östlichen Lechleite, auf die knapp 800 Jahre seit seiner Gründung zurückblickt, dann erzählt es eine wechselvolle Geschichte, die jeder Grenzregion eigen ist. Von Gefechten, Belagerungen, Brandschatzungen, Plünderungen und wenig friedvollen Jahren wirtschaftlicher Blüte. Die Funktion der Wittelsbacher Burg, eine wehrhafte Bastion gegen das Hochstift Augsburg zu sein, ist ebenso Vergangenheit wie seine Nutzung als Manufaktur, Salzamt oder Gefängnis. Die Beamten haben längst Reißaus genommen, weil sie das Arbeiten in unwirtlichen Mauern nicht länger hinnehmen wollten. Dem Museum boten sie bis zuletzt noch ein halbwegs komfortables Dach über dem Kopf. Jetzt erwartet das Friedberger Schloss nach zehn Jahren Planung und Generalsanierung eine Zukunft, die es sich trotz der paar Jahre als Lust- und Jagdschloss unter dem Wittelsbacher Herzog Albrecht V., dem Großmütigen, nie hätte erträumen lassen: als moderne kulturelle Begegnungsstätte für die Region und als gesellschaftlicher Mittelpunkt einer aufgeklärten, demokratisch gefestigten Stadtgesellschaft. Die Friedberger müssen dieses nur wollen.

aus Ausgabe 03/2018

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