Das Schicksal meinte es etwa zur Mitte des Ersten Weltkriegs nicht gut mit Paul Klee. Der Wahlmünchner war zu dieser Zeit innerhalb der berühmten Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ noch ein eher unbeschriebenes Blatt. Erst einige Jahre später sollte er ein wegweisender Vertreter der klassischen Moderne werden.
Am 11. März 1916 jedenfalls wird er von der Bayerisch Königlichen Armee als Landsturmmann im Rekrutendepot Landshut eingezogen. Klee ist, ganz im Gegensatz zu seinen Künstlerfreunden August Macke und Franz Marc, die im Ersten Weltkrieg eine geistige Reinigung und Erneuerung Europas zu sehen glaubten und sich freiwillig für den Frontdienst meldeten, ein Kriegsgegner. Mit Bildtiteln wie „Der Krieg, welcher das Land verwüstet“ (1914) und „Der Tod für die Idee“ (1915) macht Klee lange bevor er seinen Militärdienst antreten muss deutlich, dass er sowohl das zerstörerische Potenzial als auch die ideologischen Aspekte des Krieges scharf verurteilt. Für ihn gibt es nur eine Auseinandersetzung, die er als fruchtbar empfindet:
„Ich habe diesen Krieg längst in mir gehabt. Daher geht er mich innerlich nichts an.“ (Tgb. 952; 1915)
Das schreibt er 1915 in seinem Tagebuch. Noch sollte er nicht ahnen, welchen prophetischen Impetus die nächsten Zeilen desselben Tagebucheintrags in sich trugen:
„Um mich aus meinen Trümmern herauszuarbeiten, müsste ich fliegen. Und ich flog.“ (Tgb. 952; 1915)
Als Paul Klee am 15. Januar 1917 im Anschluss an einen Flugzeugtransport zur Marinefestung der Fliegerabteilung in Nordholz an der Nordsee zum Flugplatz der Königlich Bayerischen Fliegerschule I in Oberschleißheim zurückkehrt, erwartet ihn ein Versetzungsbescheid an die Fliegerschule V in Gersthofen bei Augsburg, mit deren Aufbau gerade erst begonnen wurde.



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