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Ausgabe 04/2018 · Wirtschaft

Gerstensaft mit Kultstatus

Eine Begegnung mit Michael Weiß, Brauer, Schöngeist und Verfechter einer Kultur des Einfachen.
Es ist ein Schwarz-Weiß-Bild, etwa zweieinhalb Mal eineinhalb Meter im Format. Zwei, drei Wellen, gekrönt von weißer Gischt, rollen bildfüllend auf den Betrachter zu. In ihnen tummeln sich ein Mädchen und zwei Knaben, so um die dreizehn, vierzehn Jahre. Das Mädchen ist etwas unsicher auf den Beinen, weil es seiner Sache nicht sicher ist, der Macht des Wassers widerstehen zu können. Die beiden Buben, rechts von ihm, geben sich standfest, weil Buben in diesem Alter standfest sein müssen, wenn ein Mädchen in ihrer Nähe ist. Das Bild hat eine atmosphärische und kompositorische Dichte, dass es in einer angesagten Metropolengalerie zum Verkauf stehen könnte. Ist es aber nicht. Und verkäuflich ist es schon gar nicht. An der Wand, gut zwölf Meter gegenüber, hängt eine mächtige Landschaftsfotografie in den für Elger Esser typisch erdigen Tönen. Esser ist Schüler von Bernd Becher und einer der bedeutendsten Repräsentanten der Düsseldorfer Fotoschule. Zwischen diesen Bildern denkt und arbeitet Michael Weiß. Einmal an seinem Schreibtisch, ab und zu, wenn ihm danach ist, in einem Lounge-Chair in der Mitte des Raumes. Dann wiederum geht es am Besprechungstisch zur Sache. Michael Weiß, 62, geschäftsführender Gesellschafter der Meckatzer Brauerei in Heimenkirch, ist auch der Fotograf jenes Bildes, das die drei Teenager in den Wellen vor Forte dei Marmi zeigt. Und die drei, die sich zwischen den Fluten so halbwegs stramm aufrecht halten, sind die Kinder von Michael Weiß. Drillinge, die mittlerweile auf akademische Würden zusteuern.

aus Ausgabe 04/2018

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